Nach dem Festival DAS GLÜCKLICHSTE VOLK (mit Workshops, Inszenierungen und Vortragenden zum Thema Superdiversität) bei dem die Tatsache weitergedacht wurde, dass es in Großstädten Europas bald keine Mehrheitsgesellschaften mehr gibt, untersucht und feiert die jtw mit dem Festival VERLORENE ILLUSIONEN die Zukunft unserer Gesellschaft. Wir entwerfen in verschiedenen Kunstprojekten ein neues Modell von einem Gesellschaftsvertrag aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und durch Recherchen der Anwohner*innen, von „Neu-Berliner*innen“, der eingeladenen Berliner Künstler*innen und mit dem außereuropäischen Blick unserer Kollegen*innen aus Angola.

„Unsere moderne Gesellschaft beruht auf der Fiktion, dass, um Rechte wie Freiheit und Gleichberechtigung zu erhalten, sich Individuen zusammenfinden, einen Gesellschaftsvertrag schließen und sich auf Systeme einigen, angefangen bei der Regierung, die Macht ausübt. Die Gesellschaft jedoch, mit der dieser Vertrag geschlossen wurde, ist ständigem Wandel unterworfen und verbleibt in keinem Fall in ihrer anfänglichen Gestalt. Der Gesellschaftsvertrag muss kontinuierlich bestätigt und erneuert werden.“

Tatsuki Hayashi

An 8 verschiedenen Stellen in Spandau und in der jtw finden im September 2018 Performances, Interventionen und Präsentationen statt. Diese mobilen und temporären Stationen (Architektur: Van Bo Le-Mentzel) werden von unterschiedlichsten Gruppen recherchiert und konzipiert und mit unterschiedlichen Genres bespielt. Die Zuschauer*innen kommen im Falkenhagener Feld und in Spandau anhand von Tagesprogrammen und Gebiets-Karten zu den jeweiligen „Stationen“ – ein Rundgang, der keinem inszenierten Ablauf folgt, sondern individuell gestaltet wird.

„Wenn nämlich ein Volk vorwärts geht und wächst, so sprengt es jedesmal den Gürtel, der ihm bis dahin sein nationales Ansehen gab: bleibt es stehen, verkümmert es, so schließt sich ein neuer Gürtel um seine Seele; die immer härter werdende Kruste baut gleichsam ein Gefängnis herum, dessen Mauern immer wachsen. Der also, welcher den Deutschen wohl will, mag für seinen Teil zusehen, wie er immer mehr aus dem, was deutsch ist, hinauswachse.“

Friedrich Nietzsche

KÜNSTLER*INNEN Carlos Manuel (Angola) + Orlando Domingos (Angola) + Arthur Romanowski (BRD/ Polen) + Peggy Klinkert (DDR) + Chandra Bahadur Sunar (Nepal) + Franziska Seeberg (Japan) + Bassam Dawood (Syrien) + Laura Werres (BRD, Theater Rambazamba) + Josep Caballero Garcia (Spanien) + Laura Kallenbach (DDR) + Fred Pommerehn (USA) + Mathias Hinke (Mexiko) + Verena Hay (BRD) + 30 internationale Darsteller*innen ARCHITEKTUR Van Bo Le-Mentzel (Vietnam) & Alaa Tellawi (Syrien) FOTOS & GRAFIK Patryk Witt (BRD/ Polen) TECHNIK Marvin Wrobel (BRD) & Gilles Stein (BRD) PRODUKTIONSLEITUNG Julia Schreiner PRODUKTION jtw spandau IN KOOPERATION MIT teotro Cazenga (Angola)

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