Hölle. Läuterungsberg. Himmel. Wo wohnst Du?

Dante Alighieri schrieb das Werk von 1307 bis zu seinem Tod 1321 im Exil und verarbeitete damit seine Verbannung aus der Heimatstadt. Anknüpfend an alte Vorstellungen vom Jenseits schildert er in der Ich-Form eine Reise durch die drei Reiche der jenseitigen Welt. Sie führt zunächst durch die Hölle (Inferno), die in neun Bezirke unterteilt ist, für diejenigen, die zum ewigen Leid verdammt sind, (1. Akt). Dann geht es auf den Läuterungsberg (Purgatorio), auf einem spiralförmigen Weg durch sieben Bewährungsbezirke, für diejenigen, die die Hoffnung haben, aufzusteigen (2. Akt). Vom Gipfel aus steigt der Reisende schließlich hinauf in das himmlische Paradies (Paradiso) mit zehn Himmelssphären, in denen die Glücklichen die Freuden ewiger Seligkeit genießen, (3. Akt).

Der Ausgangspunkt: Dante, der während einer auswärtigen diplomatischen Mission aus seiner Heimatstadt verbannt wurde, ist einsam, verzweifelt und dem Selbstmord nahe. Da trifft er auf den Geist seines großen Vorbilds, des Schriftstellers Vergil, der ihn auf dem strapaziösen Weg durch das Jenseits zu Dantes früh verstorbenen Jugendliebe Beatrice im Himmel bringen soll.

Während seiner Reise gewinnt Dante Weggefährten, trifft fantastische Wesen, Versuchungen, Ängste, auf Schatten, Geister und Seelen verstorbener Menschen und ihre Lebensgeschichten. In unserer Stückfassung verweben wir Dantes Text mit Lebensgeschichten von Menschen aus Spandau heute. Die Orte im Jenseits stehen nun auch allegorisch für Orte und Biographien in unserem Leben heute. Wer oder was bestimmt, wer ganz nach unten in die Hölle verbannt wird? Ist es möglich, vom Läuterungsberg aus, das Paradies zu erreichen, wenn man sich nur hart genug schindet? Wie glücklich sind die Glücklichen wirklich? Inwieweit prägen sich Wohnraum und sozialer Raum gegenseitig?

„WO DIE REIME HÄRTER KLINGEN“

Im Spandauer Hochhausviertel Falkenhagener Feld (FF) wohnen Menschen, die von der Metropole Berlin an den Rand gedrängt werden. Berlin verändert sich mit rasanter Geschwindigkeit. Wie organisieren sich die Menschen? Wie sieht ihr Überlebenskampf aus? Was können wir von ihnen lernen? Nach der jüngsten Oxfam-Studie war der Wohlstand in der Wirtschaftsgeschichte weltweit noch nie so ungleich verteilt. Der Anteil unterer Einkommensschichten steigt, der Mittelstand schrumpft, die Reichen werden reicher. Im FF zeichnet sich diese weltweite Armutsentwicklung finanziell, kulturell und im Sozialverhalten der Bewohner*innen nach. Hier leben Sozialhilfeempfänger*innen in sich auftürmenden Plattenbauten neben einer schrumpfenden Mittelschicht in Einfamilienhäusern.

Wir suchen
Leidende, Hoffende, Glückliche, von 13 bis 84 Jahren.
Alle sind willkommen, unabhängig von Alter, Herkunft und Ausbildung
als Darsteller*innen, Mitdenkende, Unterstützende
– auch bei Bühnenbild, Kostümen, Bühnentechnik.

 

VORBESPRECHUNG / VERTEILUNG DES STÜCKTEXTES
FR 21. DEZEMBER 2018 | 18 – 19 UHR

BESETZUNG
SA 5. + SO 6. JANUAR 2019 | 14 – 19 UHR
Auch Einführung in das Bühnenbild, Kostüme und Bühnenmusik

PROBEN
MO 7. JANUAR – FR 8. MÄRZ
Der Regisseur probt täglich, die Darsteller*innen je nach Möglichkeit und Größe der Rolle 2-3 Mal pro Woche, in der Regel nachmittags und abends in kleinen Gruppen, und am Wochenende alle zusammen. Jede*r Darsteller*in gibt an, wann er/sie Zeit für Proben hätte, danach werden die Probenpläne gebaut.

6 VORSTELLUNGEN
SA 9. MÄRZ 2019 | 19 UHR
SO 10.3. | 16 UHR
MO 11.3. | 11 UHR
FR 15.3. | 19 UHR
SA 16.3. | 19 UHR
SO 17.3. | 16 UHR

BITTE MELDET EUCH AN BEI
Hartmut: 0177-2451876, schaffrin@jtw-spandau.de
Rudi: 0157-74704186, quanion@hotmail.com

TEXT | DANTE ALIGHIERI & MENSCHEN AUS SPANDAU


REGIE | RUDI KEILER GOMEZ DE MELLO

*1981 in KUBA, studierte Philosophie in Berlin und arbeitete als Darsteller und Regieassistent am Theater. Als Regisseur und Theaterpädagoge arbeitete er für die Berliner Festspiele, das Theater an der Parkaue, die S27 und das Tårnby Torv Festival Kopenhagen und die jtw.


BÜHNENBILD | FRED POMMEREHN

*1964 in USA, Bühnenbildner, Installationskünstler, Lichtdesigner, für Theater, Musiktheater und Kunstprojekte in Berlin, Deutschland, Europa, Korea, China und USA, und in der jtw. www.fredpommerehn.com


MUSIK | MATHIAS HINKE

*1972 in MEXIKO, studierte in Mexiko, New York u. Berlin Komposition und Kunstgeschichte, arbeitet als Komponist u.a. für die Deutsche Oper, Berliner Festspiele, als Gastprofessor an der UdK Berlin und in der jtw. Er beschäftigt sich u.a. mit Neuer Musik, Soundinstallationen und der Illusion einer zeitlosen Musik. www.mathiashinke.de


KOSTÜME | VERENA HAY

* BRD, arbeitete lange als Kostümbildnerin bei Film und Fernsehen, in den letzten Jahren vor allem für freie Theatergruppen und Projekte, Education Programm der Berliner Philharmoniker, Rouge Theatre Paris, Costura in Recife (Brasilien), für schmidt–privée und in der jtw.


PRODUKTION | HARTMUT SCHAFFRIN

*1953 BRD, studierte Pädagogik und Soziologie in Bielefeld, Schauspiel in Berlin und Rom, Theaterpädagoge und Produktionsleiter u.a. für das Schillertheater, die Freie Volksbühne, Berliner Festspiele, Kunstmuseum Wolfsburg und in der jtw.


FÖRDERUNG | Projektfonds Kulturelle Bildung